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Umgang mit Demenz – Vielleicht beginnt es ganz unauffällig. Eine Verabredung wird vergessen. Die Brille wird gesucht, obwohl sie direkt auf dem Tisch liegt. Eine vertraute Strecke sorgt plötzlich für Unsicherheit oder dieselbe Geschichte wird innerhalb kurzer Zeit mehrmals erzählt.

Solche Veränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Steckt eine Demenzerkrankung dahinter, verändert sich der Alltag jedoch nach und nach. Für die betroffenen Seniorinnen und Senioren ebenso wie für ihre Familien.

Ein liebevoller Umgang mit Demenz bedeutet dabei nicht, in jeder Situation sofort die richtige Antwort zu kennen. Viel wichtiger sind Geduld, Verständnis und die Bereitschaft, sich auf die Wahrnehmung des anderen Menschen einzulassen.

Denn auch wenn Erinnerungen verloren gehen und alltägliche Dinge schwieriger werden, bleibt der Mensch dahinter derselbe. Mit seiner Persönlichkeit, seiner Lebensgeschichte, seinen Vorlieben, Gewohnheiten und Gefühlen.

Woche der Demenz 2026: Mehr Verständnis für Menschen mit Demenz

Vom 21. bis 27. September 2026 findet bundesweit die Woche der Demenz statt. Sie beginnt rund um den Welt Alzheimertag am 21. September und macht auf die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam.

Das Motto lautet 2026 „Demenz (k)eine Frage des Alters“.

Zwar sind die meisten Menschen mit Demenz älter als 65 Jahre, eine Demenzerkrankung kann jedoch auch jüngere Menschen betreffen. Gleichzeitig wirkt sich die Erkrankung häufig auf eine ganze Familie aus. Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkelkinder sowie Freundinnen und Freunde erleben mit, wie sich ein vertrauter Mensch verändert.

Die Woche der Demenz erinnert deshalb daran, wie wichtig Wissen, Geduld und Verständnis sind. Wer besser nachvollziehen kann, was Demenz im Alltag bedeutet, kann schwierigen Situationen häufig mit mehr Ruhe begegnen.

Beim Umgang mit Demenz steht der Mensch im Mittelpunkt

Bei einer Demenz können Erinnerungen zunehmend verloren gehen. Wörter lassen sich schwieriger finden, alltägliche Handlungen werden komplizierter und auch die zeitliche oder räumliche Orientierung kann nachlassen.

Was für Angehörige offensichtlich erscheint, muss für einen Menschen mit Demenz deshalb nicht genauso wahrgenommen werden.

Vielleicht möchte der Vater plötzlich zur Arbeit gehen, obwohl er bereits seit vielen Jahren im Ruhestand ist. Vielleicht fragt die Mutter nach ihren Eltern, obwohl diese längst verstorben sind. Oder eine Seniorin sagt, dass sie nach Hause möchte, obwohl sie sich gerade in ihrem eigenen Wohnzimmer befindet.

Der erste Impuls ist häufig, die Situation richtigzustellen.

„Du bist doch schon zu Hause.“

„Du arbeitest doch schon lange nicht mehr.“

„Deine Mutter lebt doch gar nicht mehr.“

Sachlich mögen diese Aussagen stimmen. Für einen Menschen mit Demenz können sie jedoch Unsicherheit, Verwirrung oder sogar neue Trauer auslösen.

Für einen verständnisvollen Umgang mit Demenz kann es deshalb hilfreicher sein, genauer hinzuhören und sich zu fragen, welches Bedürfnis hinter einer Aussage steckt.

Der Wunsch, nach Hause zu gehen, kann beispielsweise bedeuten: „Ich fühle mich gerade unsicher.“

Die Frage nach der eigenen Mutter kann Ausdruck des Wunsches nach Nähe und Geborgenheit sein.

Manchmal geht es deshalb weniger darum, einen Menschen zu korrigieren, sondern vielmehr darum, seine Gefühle wahrzunehmen.

Vertraute Rituale geben Sicherheit bei Demenz

Wenn die eigene Orientierung nachlässt, können vertraute Dinge eine besonders wichtige Rolle spielen.

Der gewohnte Platz am Frühstückstisch, die bekannte Kaffeetasse, die Lieblingsmusik am Nachmittag oder der tägliche Spaziergang können kleine Anker im Alltag sein.

Auch wiederkehrende Abläufe helfen vielen Menschen mit Demenz dabei, sich sicherer zu fühlen. Je weniger plötzlich und unvorhersehbar der Tagesablauf erscheint, desto leichter kann Orientierung fallen.

Dabei müssen es keine außergewöhnlichen Aktivitäten sein.

Gemeinsam Gemüse schneiden, Blumen gießen, Wäsche zusammenlegen, ein altes Fotoalbum ansehen oder den Tisch decken können Erinnerungen ansprechen und das Gefühl vermitteln, weiterhin Teil des alltäglichen Lebens zu sein.

Es geht nicht darum, eine Aufgabe perfekt zu erledigen.

Es geht darum, beteiligt zu bleiben.

Wer sein Leben lang gerne gekocht hat, kann vielleicht weiterhin einzelne Handgriffe übernehmen. Wer einen Garten geliebt hat, freut sich möglicherweise darüber, Blumen zu gießen. Und wer früher gerne Musik gehört hat, erkennt vielleicht noch lange ein vertrautes Lied.

Solche kleinen Momente können ein wichtiges Stück Alltag bewahren.

Gespräche mit Menschen mit Demenz brauchen Geduld

Auch die Kommunikation verändert sich im Verlauf einer Demenzerkrankung häufig.

Manchmal dauert es länger, bis eine Antwort kommt. Wörter fehlen oder ein begonnener Satz kann nicht beendet werden. Lange Erklärungen und mehrere Fragen hintereinander können zusätzlich überfordern.

Beim Umgang mit Menschen mit Demenz kann es deshalb helfen, das Tempo bewusst zu reduzieren.

Kurze und verständliche Sätze sind häufig leichter zu erfassen. Es kann außerdem hilfreich sein, immer nur eine Frage auf einmal zu stellen und ausreichend Zeit für eine Antwort zu lassen.

Statt zu fragen, ob jemand Kaffee, Tee, Wasser oder Saft trinken möchte, kann eine einfache Frage wie „Möchtest du einen Kaffee?“ leichter verständlich sein.

Auch Blickkontakt, Mimik und Gesten können die Kommunikation unterstützen.

Vor allem muss eine Pause nicht sofort mit neuen Worten gefüllt werden. Was für andere wie langes Schweigen wirkt, kann für einen Menschen mit Demenz genau die Zeit sein, die er benötigt, um einen Gedanken zu sortieren oder ein Wort zu finden.

Geduld kann deshalb eine der wertvollsten Formen der Unterstützung sein.

Erinnerungen verändern sich, Gefühle bleiben

Menschen mit Demenz können Erlebnisse vergessen. Die Gefühle, die ein Erlebnis ausgelöst hat, können jedoch noch lange nachwirken.

Vielleicht kann sich eine Seniorin am Abend nicht mehr daran erinnern, dass ihre Tochter am Nachmittag zu Besuch war. Trotzdem wirkt sie ruhiger und ausgeglichener.

Vielleicht weiß ein Senior später nicht mehr, welches Lied gemeinsam gehört wurde. Die Freude, die dieser Moment ausgelöst hat, war dennoch real.

Genau deshalb sind Nähe und vertraute Momente im Alltag so wertvoll.

Eine bekannte Stimme, eine Berührung, ein gemeinsames Lied oder einfach jemand, der ruhig daneben sitzt, können Sicherheit vermitteln.

Es müssen nicht immer große Erlebnisse sein.

Ein Lächeln. Eine Hand, die gehalten wird. Der Duft eines vertrauten Essens. Gemeinsam aus dem Fenster schauen. Über eine alte Geschichte lachen.

Auch Humor darf seinen Platz behalten. Eine Demenzerkrankung bedeutet nicht, dass Leichtigkeit aus dem Alltag verschwinden muss.

Ein gemeinsames Lachen kann Nähe schaffen und für einen Augenblick etwas zurückbringen, das im Pflegealltag manchmal zu kurz kommt: Normalität.

Auch Angehörige von Menschen mit Demenz brauchen Unterstützung

Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich meistens auch der Alltag der Familie.

Anfangs geht es vielleicht darum, gelegentlich beim Einkaufen zu helfen oder an einen Termin zu erinnern. Mit der Zeit können weitere Aufgaben hinzukommen.

Mahlzeiten müssen organisiert werden, Arzttermine stehen an, Medikamente müssen im Blick behalten werden und möglicherweise wird Unterstützung bei der Körperpflege, im Haushalt oder bei täglichen Erledigungen benötigt.

Gleichzeitig möchten Angehörige emotional für den Menschen da sein.

Diese Verantwortung kann sehr fordernd werden.

Viele Angehörige haben das Gefühl, alles selbst schaffen zu müssen. Sie möchten ihre Mutter, ihren Vater, ihre Partnerin oder ihren Partner nicht alleinlassen und stellen die eigenen Bedürfnisse immer weiter zurück.

Doch niemand kann dauerhaft für einen anderen Menschen da sein, ohne auch auf die eigenen Kräfte zu achten.

Unterstützung anzunehmen bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben oder einen geliebten Menschen weniger zu lieben.

Entlastung kann vielmehr Freiraum schaffen. Damit aus der pflegenden Angehörigen für einige Stunden wieder die Tochter werden kann. Damit der Sohn nicht ständig organisieren muss. Damit Partnerinnen und Partner gemeinsame Zeit wieder stärker als gemeinsame Zeit erleben können.

Ein guter Umgang mit Demenz beginnt bei kleinen Dingen

Die Woche der Demenz macht einmal im Jahr besonders sichtbar, was für Menschen mit Demenz und ihre Familien an jedem einzelnen Tag wichtig ist: Verständnis, Geduld, Zeit und ein Umfeld, das nicht sofort bewertet.

Eine mehrfach gestellte Frage ist keine Absicht.

Orientierungslosigkeit ist keine Sturheit.

Ein vergessenes Wort ist kein Grund für Ungeduld.

Schon kleine Veränderungen im eigenen Verhalten können deshalb einen Unterschied machen.

Ein wenig länger warten. Eine Frage noch einmal ruhig beantworten. Nicht auf jedem Fehler bestehen. Zuhören, auch wenn eine Geschichte bereits erzählt wurde.

Und vor allem: den Menschen nicht auf das zu reduzieren, was er nicht mehr kann.

Betreuung bei Demenz im vertrauten Zuhause

Für viele Seniorinnen und Senioren ist es ein großer Wunsch, trotz zunehmenden Unterstützungsbedarfs möglichst lange im eigenen Zuhause leben zu können.

Gerade für Menschen mit Demenz kann die vertraute Umgebung eine besondere Bedeutung haben.

Der eigene Sessel steht an seinem gewohnten Platz. Die Küche ist bekannt. Fotos erinnern an Familie und gemeinsame Erlebnisse. Geräusche, Gerüche und alltägliche Abläufe begleiten einen Menschen möglicherweise schon seit Jahrzehnten.

Eine passende Betreuung bei Demenz kann dabei helfen, diese vertrauten Strukturen möglichst lange zu erhalten.

Custor24/7 begleitet Seniorinnen und Senioren sowie ihre Familien in der Region Rhein, Mosel, Ahr und Eifel mit unterschiedlichen Betreuungsmöglichkeiten im eigenen Zuhause.

Dazu gehören sowohl die 24 Stunden Betreuung zu Hause als auch eine stundenweise Betreuung.

Je nach persönlicher Situation können Betreuungskräfte im Alltag unterstützen, Gesellschaft leisten, bei täglichen Tätigkeiten helfen, Termine begleiten, Mahlzeiten zubereiten oder Aufgaben im Haushalt übernehmen. Auch die Betreuung von Menschen mit Demenz gehört zum Betreuungsangebot.

Bei einer umfassenden Betreuung lebt eine Betreuungskraft mit im Haushalt. Dadurch kann sie nicht nur bei alltäglichen Aufgaben unterstützen, sondern mit der Zeit auch zu einer vertrauten Bezugsperson werden.

Welche Form der Betreuung geeignet ist, hängt immer von der individuellen Lebenssituation ab.

Deshalb setzt Custor24/7 auf persönliche Beratung. Ralph Custor begleitet Familien bei der Suche nach einer passenden Betreuungslösung und steht auch während des weiteren Betreuungsverlaufs als Ansprechpartner zur Verfügung.

Umgang mit Demenz bedeutet auch, das zu sehen, was bleibt

Bei Demenz gibt es nicht die eine Lösung, die für jeden Menschen und jede Familie passt.

Jede Biografie ist anders. Jeder Alltag ist anders. Und jede Familie benötigt eine andere Form der Unterstützung.

Was jedoch bleibt, ist der Wunsch nach Sicherheit, Selbstständigkeit, Respekt und Nähe.

Vielleicht bedeutet ein guter Umgang mit Demenz deshalb vor allem, nicht ständig darauf zu schauen, was verloren gegangen ist.

Sondern bewusst wahrzunehmen, was weiterhin da ist.

Die Persönlichkeit eines Menschen. Seine Gefühle. Seine Gewohnheiten. Seine Geschichte.

Und das Bedürfnis, auch mit Demenz weiterhin als der Mensch gesehen zu werden, der man ist.